Galerie Scalable Skeletal Escalator

„Scalable Skeletal Escalator“, konzipiert von Isabel Lewis, ist eine experimentelle künstlerische Arbeit in Form eines Holobionts, einer vielfachen organischen Assemblage, wie sie auch der menschliche Körper darstellt, schüttelnd fröstelnd ins Leben gerufen. Dieser Modus des Ausstellungsmachens lässt sich inspirieren von der Evolutionsbiologin Dr. Lynn Margulis, die kooperative und symbiotische Beziehungen zwischen den Spezies als treibende Kraft der Evolution benennt.

Die Themen des Werkkomplexes fliessen über in die Form, potentielle menschliche Zukünfte reflektierend. In Fortführung der Praxis von Isabel Lewis, die körperlosen Denksysteme des Westens zu hinterfragen, in der körperliche „Lebendigkeit“ im Deadlock von Idealismus / Materialismus verneint wird, lädt dieses Werk Kollaborateure und Besucher*innen zu einer partizipativen, epistemologischen Suche ein, um den Körper zu bergen indem unser menschliches Sensorium instandgesetzt wird, damit wir Leben erweitern anstatt uns vom Leben zu entfernen.

„Scalable Skeletal Escalator“ wird möglich gemacht durch die Zusammenarbeit von Dirk Bell / Mo Stern, Callie’s Berlin, Lara Dâmaso, The Field, LABOUR, Matthew Lutz-Kinoy, Rafał Pierzyński, Mathias Ringgenberg, Tanzhaus Zürich, Sissel Tolaas, Juliette Uzor, Marcelo Alcaide und Yolanda Zobel. Es ist eine performative künstlerische Arbeit, die sich über vier Stockwerke im Löwenbräukunst-Areal ausbreitet, in dem sich die Kunsthalle Zürich befindet.

Scalable Skeletal Escalator
24. September bis 8. November 2020
Eröffnung: Mi 23. September 20, 18 Uhr

Kunsthalle Zürich
Limmatstrasse 270
CH-8005 Zürich
http://kunsthallezurich.ch

Öffnungszeiten:
Di bis So 11-18 Uhr
Donnerstag 11-20 Uhr

Galerie Sehnsucht Natur. Sprechende Landschaften in der Kunst Chinas

Berge und Gewässer, Wälder und Wolken – seit 1000 Jahren stehen diese Naturmotive im Zentrum der chinesischen Malerei. Sie sind zum Inbegriff der chinesischen Kunst und Kultur geworden und inspirieren Kunstschaffende noch heute. Die Schau „Sehnsucht Natur. Sprechende Landschaften in der Kunst Chinas“ im Zürcher Museum Rietberg führt in die chinesische Landschaftsmalerei ein, entschlüsselt ihre verschiedenen Bedeutungen und versteckten Botschaften. Sie vermittelt Einblicke in die Kultur, Philosophie und Literatur Chinas und spricht zugleich ein hochaktuelles Thema jenseits nationaler Grenzen an: die Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Zum ersten Mal stellt eine Ausstellung historische Meisterwerke Landschaftsdarstellungen international bekannter Künstlerinnen und Künstler der Moderne und Gegenwart direkt gegenüber. Dieser Dialog offenbart unerwartete Verbindungen, aber auch spannende Konflikte und Brüche. Die Ausstellung zeigt 90 Werke aus den letzten sechs Jahrhunderten, darunter Malereien, Installationen und Videos. Neben Highlights aus der im Museum beheimateten Sammlung Drenowatz sind wertvolle Leihgaben aus führenden europäischen Museen und selten ausgestellte Werke aus Privatsammlungen zu sehen.

Sehnsucht Natur
Sprechende Landschaften in der Kunst Chinas
11. September 2020 bis 17. Januar 2021

Museum Rietberg
Gablerstrasse 15
CH-8002 Zürich
https://rietberg.ch

Öffnungszeiten:
Di bis So 10–17 Uhr
Mittwoch 10–20 Uhr

Galerie Taro Izumi. Ex

Das Museum Tinguely lädt im Herbst 2020 mit einer grossen Einzelausstellung ein, in die wundersame und schalkhafte Welt des japanischen Künstlers Taro Izumi (*1976, Nara) einzutauchen. Der Künstler hat im Basler Museum ein organisches Ökosystem, ein einzigartiges kreatives Universum geschaffen, bei der die Medien Skulptur, Installation, Performance und Video ineinandergreifen: Das bewegte Bild übernimmt dabei eine wesentliche Rolle und ist in der Ausstellung «ex» omnipräsent.

In den letzten Jahren hat er seine Arbeiten spezifisch auf die Orte, an denen diese gezeigt wurden, zugeschnitten. Die Ausstellung selbst wird für ihn ein Kunstwerk. Mithilfe der digitalen Technologie schafft er aus seinen Werken ein komplexes, interaktives Netz. Izumi durchleuchtet unsere Lebensweise und die Beziehungen zu unseren Mitmenschen, zur Natur und Tierwelt und reflektiert dabei auch neue Arten des Verhaltens, die mit dem Aufkommen von Covid-19 entstanden sind. Im Museum Tinguely präsentiert Izumi vom 2. September bis 15. November 2020 seine erste grosse Ausstellung in der Schweiz. In Basel hat der Künstler vor Ort in den letzten Wochen seine auf den ersten Blick chaotischen, tatsächlich aber akkurat komponierten Konstruktionen vorbereitet. Die Ausstellung wird von einer Publikation begleitet, die erstmalig eine umfassende Beschreibung von Izumis Werk liefert.

Das Medium, das sich am ehesten für die sofortige – und damit erneute – Transkription der erfundenen Aktionen von Izumi eignet, ist das Video. Er setzt es wie einen Kugelschreiber ein, der alles, was er beobachtet, festhält und überträgt. Als sein vorrangiges Medium kommt es in all seinen Installationen und Ausstellungen vor, in denen das bewegte Bild eine wesentliche semantische Rolle übernimmt. In der Ausstellung «ex» im Museum Tinguely sind Bildschirme omnipräsent. Sie rhythmisieren die Räume, sie erstrecken sich auf dem Boden, krallen sich an der Decke und den Wänden fest oder schweben über den Köpfen. Die bewegten Bilder auf ihren verschiedenen Gestellen und Halterungen verwirren das Publikum: Sie fesseln, faszinieren und sättigen, indem sie die Aufmerksamkeit unentwegt auf sich lenken. Wer sich auf die Videoarbeiten von Taro Izumi einlässt, denkt unweigerlich an den von Lärm und Bildern überbordenden urbanen Raum der Stadt Tokio, den manche Installationen nachzuempfinden scheinen.

„Tickled in a dream … maybe ?“ (2017) ist die grösste Multimedia-Installation, die im Museum Tinguely präsentiert wird. Diese Serie, die Skulptur und Video miteinander verbindet, beruht auf Fotos von Sportlern – vor allem von Fussballern –, die akrobatische Bewegungen vollziehen. Ausgehend von Bildern spektakulärer Aktionen, wie zum Beispiel Volleyschüssen, Grätschen, den kühnen Pirouette eines legendären Schusses oder des Sprungs eines berühmten Basketballspielers, entwarf Izumi Vorrichtungen, die eine Simulation dieser Bewegungen auch Untrainierten ermöglichen. Als Hybride aus Möbelstück und Prothese, Sockel und Skulptur nehmen diese gebastelt wirkenden architekturalen Strukturen eine variierende Gestalt an, die – sowohl in formaler als auch in konzeptueller Hinsicht – an die interaktiven augenzwinkernden Arbeiten von Jean Tinguely (1925–1991) erinnern. Der Künstler versucht hier, das nicht Fassbare zu fassen: Bewegung, Zeit und Schwerkraft.

Taro Izumis Ausstellungen haben im Lauf der Zeit eine zunehmend immersive Dimension angenommen. Das Medium „Ausstellung“ erlaubt dem Künstler nicht nur, die Räume zu bespielen, sondern auch ein Narrativ zu entwickeln. In den letzten Jahren hat er seine Arbeiten spezifisch auf die Orte, an denen diese gezeigt wurden, zugeschnitten. Die Ausstellung selbst ist für ihn ein Kunstwerk. Mithilfe der digitalen Technologie und durch den wiederholten Einsatz von Video, Streaming und Überblendung von Bildern, schuf er aus seinen Arbeiten ein komplexes, interaktives Netz.

Für seine grosse Einzelausstellung in der Schweiz, entwarf Taro Izumi jede einzelne Etappe wie einen lebendigen Organismus innerhalb der Ausstellung, die atmet, vibriert, sich bewegt, spricht, singt und leuchtet. Staubsaugerroboter bewegen sich in der Luft; auf den Bildschirmen flackern kontinuierlich Lichter und es ertönen Geräusche; ein Theater ohne Zuschauer erwartet Besucher und Besucherinnen. Izumi erzählt uns von der Abwesenheit, der Leere und virtuellen Präsenz, von Orten die unzugänglich geworden sind. Dabei reflektiert er neue Verhaltensarten, die mit dem Aufkommen von Covid-19 entstanden sind. Mit Leichtigkeit und Ironie gelingt es Taro Izumi, vermeintlich antagonistische Universen miteinander zu vernetzen. Er bewegt sich zwischen den Welten, wechselt vom Organischen zum Technologischen, vom Technologischen zum Organischen, wobei er alles, was zwischen den beiden Bereichen angesiedelt ist, mit einbezieht. Auch wenn sie sich jeglicher Zuordnung widersetzt, erinnert seine Ästhetik an die Idee der „totalen Kunst“.

Taro Izumi. Ex
2. September bis 15. November 2020
Eröffnungstag: Di 1. September 20, 11 bis 21 Uhr

Museum Tinguely
Paul Sacher-Anlage 1
CH-4002 Basel
https://www.tinguely.ch

Öffnungszeiten:
Di bis So 11-18 Uhr
Montag geschlossen

Galerie Dance Me to the End of Love. Ein Totentanz

Die Ausstellung „Dance Me to the End of Love. Ein Totentanz“ im Bündner Kunstmuseum Chur konfrontiert die Betrachter mit Liebe und Tod und führt von der Feier des sinnlichen Augenblickes in die Vergänglichkeit und das Ende des Daseins. Die grosse thematische Ausstellung im Erweiterungsbau des Museums wird am 29. August eröffnet.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Zyklus von 25 Todesbildern, die 1543 nach den berühmten Holzschnitten von Hans Holbein d.J. für das Bischöfliche Schloss in Chur geschaffen wurden und ab Herbst 2020 nach langer Zeit erstmals wieder öffentlich zugänglich sein werden. Für das Bündner Kunstmuseum ist die Eröffnung des Churer Domschatzmuseums der Anlass, dem Thema „Totentanz“ eine eigene Ausstellung zu widmen. Statt der ikonographischen Tradition der Konfrontation des Lebens mit dem Tod zu folgen, stehen in der Ausstellung der Tanz, die Bewegung, die Ekstase und die Metamorphose bis hin zur Auflösung im Tod im Zentrum. Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart und stellt Werke der bildenden Kunst kulturhistorischen Objekten gegenüber. Sie umfasst alle Medien bis hin zum Film und integriert Elemente der Pop-Kultur.

Die von Stephan Kunz und Stefan Zweifel kuratierte Ausstellung geht vom Moment der Bewegung aus und zeigt mit Werken von Jackson Pollock, Willem de Kooning, Jean Tinguely, Rebecca Horn und Daniel Schmid wie in der Bewegung die gesicherten Grundlagen unseres Lebens aufgelöst werden. Sie führt einerseits in eine Wunderkammer, die ganz im Zeichen des memento mori steht und kulturhistorische Objekte mit Werken von Hans Holbein bis Andy Warhol zusammenbringt. Andererseits folgt die Ausstellung der Dynamik des Tanzes, angetrieben von der Liebeslust und der metamorphotischen Transzendierung des Körpers in Werken von Auguste Rodin und Gustav Klimt bis Yves Klein, von Hans Bellmer und Man Ray bis Markus Raetz, von Vaslav Nijinsky und Sophie Taeuber-Arp bis Maurice Béjart. Sie führt aber auch ausgehend vom antiken Totenkult und Mysterienspielen über abgründige Märchenbilder von Hans Christian Andersen in die Welt des Cabaret.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag Scheidegger & Spiess ein Katalog mit Beiträgen von László F. Földény, Stephan Kunz, Luise Maslow, Stefan Zweifel sowie literarischen Textcollagen von Stefan Zweifel.

KünstlerInnen: Hans Christian Andersen, Vanessa Beecroft, Maurice Béjart, Willem De Kooning, Maya Deren, Martin Disler, Albrecht Dürer, Marc-Antoine Fehr, Johann Rudolf Feyerabend, Johann Heinrich Füssli, HR Giger, Felix Gonzalez-Torres, Glenn Gould, Hodel/Schumacher/Clavadetscher, Rebecca Horn, Peter Hujar, Birgit Jürgenssen, On Kawara, Karen Kilimnik, Ernst Ludwig Kirchner, Yves Klein, Gustav Klimt, Fritz Lang, Fernand Léger, Les Frères Lumière, Ana Mendieta, Henri Michaux, Robert Müller, Bruce Nauman, Vaslav Nijinsky, Hermann Nitsch, Jean Painlevé, Jackson Pollock, Florio Puenter, Markus Raetz, Man Ray, Auguste Rodin, Ulrike Rosenbach, Daniel Schmid, Carolee Schneemann, Jean-Frédéric Schnyder, Cindy Sherman, Louis Soutter, Nancy Spero, Sophie Taeuber-Arp, Jean Tinguely, Not Vital, Rudolf Von Laban, Andy Warhol, Mary Wigman, Adolf Wölfli, Michael Wolgemut, Rémy Zaugg.

Dance Me to the End of Love. Ein Totentanz
29. August bis 22. November 2020

Bündner Kunstmuseum Chur
Bahnhofstrasse 35
CH-7000 Chur
http://www.buendner-kunstmuseum.ch

Öffnungszeiten:
Di bis So 10-17 Uhr
Donnerstag 10-20 Uhr

Galerie Valentina Minnig und Gernot Wieland in der Kunsthalle St.Gallen

Die Doppelausstellung von Valentina Minnig und Gernot Wieland vereint Arbeiten von Kunstschaffenden zweier verschiedener Generationen. Die installativen Werke von Valentina Minnig (*1991 in Chur/CH, lebt und arbeitet in Zürich/CH) bedienen sich einfacher, teilweise auf der Strasse gefundener Materialien, um raumgreifende Interventionen zu gestalten. Diese erzeugen nicht nur einen Zustand der Fragilität, sondern reflektieren oft die direkte Umgebung eines Ortes. Gleichzeitig hinterfragen sie von Menschen gestaltete Zeichen und Formen sowie unsere Beziehung zur Natur.

Die künstlerische Praxis von Gernot Wieland (*1968 in Horn/AT, lebt und arbeitet in Berlin/DE) basiert auf der Dekonstruktion von Narrationen. Humorvoll schweben seine Arbeiten zwischen Fiktionalem und Dokumentarischem und illustrieren die Absurditäten des Alltags, die Inkongruenzen von Neurosen – dies sowohl bei Menschen wie auch bei Tieren. Wissenschaftliche und paraakademische Recherchen sind das Fundament dieser Werke, die sich als Diagramme, aber auch als Lecture-Performances oder 16mm-Filme im Ausstellungsraum konkretisieren.

Valentina Minnig «adult/sensitive»
Gernot Wieland «Diebstahl und Gesänge»
29. August bis 8. November 2020

Kunst Halle Sankt Gallen
Davidstrasse 40
CH-9000 St.Gallen
https://www.kunsthallesanktgallen.ch

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 12–18 Uhr
Sa und So 11–17 Uhr