Léon Wuidar

Quadrate und Rechtecke, Polygone mit gebogenen Kanten, Kreise und Kreissegmente, gespiegelt, vervielfacht und in verschiedenen Farbkontrasten einander gegenübergestellt, das sind die zentralen Elemente in Léon Wuidars Kompositionen. Das Museum Haus Konstruktiv widmet dem belgischen Künstler die erste Ausstellung in der Schweiz. Zu sehen sind wichtige Werke seit den 1960er-Jahren bis heute.

Der 1938 in Liège geborene, heute in Esneux lebende Künstler beginnt seine Karriere 1955 als Autodidakt. Nach der Erprobung verschiedener figurativer Stilrichtungen nähert er sich um 1964 zusehends der geometrischen Abstraktion. Dahinter steckt sein Interesse an der konstruktiv-konkreten Kunst sowie an Architektur, Raum, Volumen, Perspektive und Licht. Es ist insbesondere die brutalistische Architektur, die ihn fasziniert. Wichtige Impulse hierfür erhält er vom belgischen Architekten Charles Vandenhove, der u.a. das Universitätsspital C.H.U. Liège im Stil des Brutalismus entworfen und mit Wuidar in mehreren Kunst-am-Bau-Projekten zusammengearbeitet hat.

In Léon Wuidars frühen Gemälden aus den 1960er und 1970er-Jahren dominieren stilisierte architektonische Elemente wie Säulen, Dächer oder Fenster. Ab den 1980er-Jahren wird sein Formenvokabular minimalistischer, wohingegen sich seine Farbpalette von natürlichen zu leuchtend bunten Farbtönen verschiebt. In neueren, gelegentlich auch in Pastellfarben gemalten Arbeiten lassen sich ferner Wortspiele finden, die Wuidars Affinität zur Sprache und Typografie zum Ausdruck bringen. Die Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv zeichnet diese künstlerische Entwicklung nach und stellt das bis anhin noch wenig bekannte Œuvre in seiner vollen Komplexität und Vielschichtigkeit erstmals dem Schweizer Publikum vor.

Léon Wuidar
29. Oktober 2020 bis 17. Januar 2021

Museum Haus Konstruktiv
Selnaustrasse 25
CH-8001 Zürich
https://www.hauskonstruktiv.ch

Öffnungszeiten:
Di bis So 11–17 Uhr
Mittwoch 11–20 Uhr

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